Heute vor zwei Jahren wurde Kateryna Korovina in der Region Luhansk von russischen FSB-Offizieren auf dem Weg zu einer Apotheke aufgegriffen. Der Vorwurf: Kateryna soll der ukrainischen Armee Geld gespendet und damit eine „terroristische Organisation“ unterstützt haben. Sie wurde in Untersuchungshaft zu einem falschen Geständnis gezwungen, dass sie später vor Gericht mutig zurückgenommen hat. Sie wurde zu zehn Jahren im Gefängnis verurteilt. Wir wissen, dass sie in ein Gefängnis in der Region Rostov gebracht wurde und in Isolationshaft sitzt. Dort schreibt sie Gedichte, die ihren Weg nach draußen finden. Aus dem Gedicht “Do Not Wither, Do Not Fade, Do Not Die” Your eyes are sad, but your soul is all in flowers, There is joy there and anger, the light of night and day. You press to your chest something good and tender, But your heart is an unreliable armor. Aus dem Gedicht “Black Is Snow” Cities are burning, people and walls are shaking, Nothing can shock us anymore - we’re used to it all. Go ahead, throw stones at me without mercy, My fear of stones has long been gone. My home can be found in summer dreams, Where there’s a starry sky and fields, the forest hums. And though the light has almost faded in the houses, In hearts it will not fade, not even for a moment. (MASZ)
Guido Westerwelle fehlt. Nicht nur als Politiker, sondern als Mensch. Zehn Jahre nach seinem Tod wird mir immer wieder bewusst, wie sehr er unser Land geprägt hat und wie sehr seine Stimme heute gebraucht würde. Guido Westerwelle war ein leidenschaftlicher Kämpfer für die Freihei. Für ihn war Freiheit kein Schlagwort, sondern ein Versprechen: an jeden Einzelnen, sein Leben selbstbestimmt zu gestalten, Verantwortung zu übernehmen und sich nicht klein machen zu lassen. Viele haben ihn als scharf, als fordernd, als klar in der Sache erlebt. Das war er auch. Aber wer ihn wirklich kannte, wusste: Hinter dieser Klarheit steckte ein zutiefst herzlicher Mensch. Einer, der zuhören konnte. Der Interesse hatte. Der Menschen ernst genommen hat: unabhängig von Herkunft, Lebensweg oder politischer Position. Guido war ein freier Denker im besten Sinne. Einer, der sich nicht angepasst hat, sondern überzeugt war. Der den Mut hatte, Dinge auszusprechen, bevor sie mehrheitsfähig waren. Und genau darin liegt seine besondere Größe: Viele seiner politischen Überzeugungen wirken heute aktueller denn je. Seine Mahnung zu Eigenverantwortung, zu einem starken, aber nicht bevormundenden Staat, zu einer offenen Gesellschaft, zum Wert der Freiheit, das alles klingt heute nicht wie von gestern, sondern wie ein Auftrag für morgen. Er war seiner Zeit in vielem voraus. Und vielleicht haben wir das erst verstanden, als er nicht mehr da war. Was bleibt, ist mehr als Erinnerung. Es ist eine Haltung. Eine Haltung, die uns verpflichtet: Freiheit nicht nur zu verteidigen, sondern sie jeden Tag neu zu denken und zu leben. Und dabei Menschlichkeit nicht zu vergessen. Guido Westerwelle hätte nicht gewollt, dass wir nur zurückblicken. Er hätte gewollt, dass wir weitermachen. Das gilt für uns alle genauso wie für seine Partei, die FDP. Und genau das sollten wir tun. (MASZ)
