Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann

Welle der Solidarität in Düsseldorf: "Stehen zu 111 Prozent hinter Jacques Tilly"

Die Nachricht verbreitete sich in Düsseldorf wie ein Lauffeuer: Die russische Justiz hat ein Strafverfahren gegen Jacques Tilly wegen seiner Karnevalswagen mit Abbildungen von Kremlchef Wladimir Putin eingeleitet. Tilly wird beschuldigt, aus eigennützigen Motiven und aus politischem Hass Falschdarstellungen über die Armee verbreitet zu haben. Die Meldungen haben in der Landeshauptstadt aber vor allem eines erreicht: eine Welle an Solidarität mit dem Satiriker und Wagenbauer.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Mitglied des Europäischen Parlaments, hat die Berichterstattung über das nun in Russland eingeleitete Strafverfahren verfolgt. „So sind Despoten. Sie hassen Kunst, Kultur und Satire, vor allem dann, wenn sie sich gegen sie persönlich richtet“, sagt sie im Gespräch mit unserer Redaktion. Im März hat Strack-Zimmermann Jacques Tilly ins EU-Parlament eingeladen. 2Das wird die Putin-Freunde im Europäischen Parlament auch nicht erfreuen“, sagt sie. „Dass Jacques Tilly ins Fadenkreuz von Putin gerät, zeigt, dass er alles richtig macht und nicht daran denkt, sich von den Feinden der Freiheit einschüchtern zu lassen“, sagt Strack-Zimmermann. „Wenn Putins antidemokratische rechte wie linke Jünger in Europa Mehrheit bekommen, sind Kunst, Kultur und Satire das Erste, was stirbt. Der Hass auf die Freiheit ist so groß, solche Typen verbrennen auch Bücher.“