Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann

VIDEO | Strack-Zimmermann zur transatlantischen Abhängigkeit: "Wir müssen uns sukzessiv lösen von den USA"

Screenshot aus der Sendung 

Im Interview äußert sich die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann dazu, wie Europa auf die wachsende Unberechenbarkeit der USA unter Donald Trump reagieren sollte. Die Verteidigungsexpertin betont, dass die NATO trotz aller Spannungen das sicherheitspolitische Rückgrat Europas bleibe, die Europäer aber deutlich stärker und eigenständiger innerhalb des Bündnisses werden müssten. Ein möglicher Rückzug der USA aus der NATO sei aus ihrer Sicht zwar unwahrscheinlich, dennoch sei es höchste Zeit, sich bei Beschaffung, Verteidigungsfähigkeit und strategischer Handlungsfähigkeit schrittweise unabhängiger von Washington aufzustellen. Mit Blick auf den Iran-Konflikt zweifelt Strack-Zimmermann daran, ob eine stabile Waffenruhe oder belastbare Verhandlungen überhaupt zustande kommen könnten. Die Lage sei weiter äußerst fragil, auch weil die Positionen der USA und des Iran weit auseinanderlägen und es bereits an klaren, deckungsgleichen Verhandlungsgrundlagen fehle. 

In der Debatte um verpflichtende Wehrübungen warnt Strack-Zimmermann vor „wildem Aktionismus“ und macht deutlich, dass die Probleme tiefer lägen: Die Reserve sei bislang nicht konsequent organisiert, viele frühere Reservisten seien nicht einmal systematisch erfasst, und Übungen scheiterten oft an fehlender Unterstützung durch Arbeitgeber. Wenn Deutschland seine Reserve stärken wolle, brauche es nicht nur Freiwillige, sondern auch Unternehmen und eine Gesellschaft, die Verteidigung, Resilienz und Zivilschutz als gemeinsame Aufgabe begreifen.