So blicken europäische Nachbarn auf Deutschland: 56 Prozent fühlen sich durch neue militärische Stärke sicherer
Symbolbild von Jyothish Atheendran via Pexels
„Deutschland führt und Deutschland liefert“, sagte Nato-Generalsekretär Mark Rutte in der zurückliegenden Woche, als er zur Vorbereitung des Gipfels der Allianz in der nächsten nach Berlin kam. Die Bundesregierung gehe bei der Erhöhung seiner Verteidigungsausgaben „mit voller Kraft“ voran und werde schon 2029 das Ziel des Bündnisses erreichen, 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung in die eigene Wehrhaftigkeit zu investieren.
Wie blicken Deutschlands europäische Verbündete auf eine solche militärische Führungsrolle, mit der Rutte gerne das geringere US-Engagement unter Donald Trump zumindest teilweise kompensiert sähe? Eine repräsentative Umfrage in acht europäischen Staaten, die die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung beim Marktforschungsunternehmen Ipsos in Auftrag gegeben hat und die dem Tagesspiegel vorliegt, kommt zu einem differenzierten, aber doch klaren Ergebnis: „Deutschland soll führen, ohne zu dominieren.“
„Führung bedeutet Zusammenarbeit und Verlässlichkeit – nicht Dominanz und schon gar keine Alleingänge“, sagte die FDP-Sicherheitsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann, die dem Verteidigungsausschuss im Europaparlament vorsteht, dem Tagesspiegel. „Diese Umfrage bestätigt genau das, was ich bei jedem Treffen in ganz Europa höre: Unsere Partner haben keine Angst vor einem starken Deutschland.“