INTERVIEW | Strack-Zimmermann: Ukraine-Milliarden "zurückzuverlangen, macht wenig Sinn"
Frau Strack-Zimmermann, für die Milliarden-Hilfe an die Ukraine haben EU-Staaten Rückzahlungen beantragt. 6,6 Milliarden Euro liegen nun in einem Fonds bereit – für alle EU-Staaten. Deutschland verzichtet auf eine Rückerstattung. Warum?
Es liegt in unserem Interesse, dass die Ukraine sich weiterhin mit aller Kraft und erfolgreich gegen die brutale russische Aggression zu Wehr setzt. Deswegen steht Deutschland konsequent an der Seite der Ukraine, weil es auch um unsere Sicherheit und unseren zukünftigen Frieden in Freiheit geht. Dieses Geld zurückzuverlangen, um es indirekt wieder der Ukraine zur Verfügung zu stellen, macht wenig Sinn. Ich teile daher die Auffassung der Bundesregierung, das Verfahren so anzugehen.
Polen pocht auf sein Geld, fordert 450 Millionen Euro. Deutschland ist der zweitgrößte Geldgeber der Ukraine nach den USA. Da wäre doch eine Rückforderung nicht dreist, oder?
Strack-Zimmermann: Jedes Mitglied der Europäischen Union muss für sich entscheiden, wie es mit dieser Rückzahlung umgehen möchte. Polen ist ein großer Unterstützer der Ukraine und weiß aufgrund der eigenen geographischen Nähe zur Ukraine besonders gut, wie die Lage dort ist, und wie sich die Menschen dort gegen die brutalen russischen Angriffe zur Wehr setzen müssen.