INTERVIEW | Strack-Zimmermann: Sollten uns in Europa von Trumps Wirrwarr lösen
Die USA sind die mächtigste Macht im Staatenverbund der NATO und nutzen dies. Ihr Präsident zieht Soldaten aus Bündnisländern ab oder stationiert sie in einer gewissen Launenhaftigkeit. Zusammen mit der ebenso unkalkulierbaren Zollpolitik entsteht so ein Handlungsmuster, das an Schutzgelderpressung erinnert. Das sei tatsächlich verwirrend und nicht immer leicht zu durchschauen, sagte die Gastgeberin des NATO-Außenministertreffens, Schwedens Außenministerin Maria Malmer Stenergard.
Zum Auftakt des Treffens äußert sich die Vorsitzende des Verteidigungsausschuss im Europäischen Parlament Marie-Agnes Strack-Zimmermann über die Pläne der Vereinigten Staaten. Dass die USA womöglich ihre Präsenz in Europa nicht nur halten, sondern hier und da auch ausbauen wollen, beruhige die FDP-Politikerin nicht. Es verwirre sie. „Ich glaube, ich bin nicht die Einzige.“ Der US-Präsident hat angekündigt, 5000 Soldaten aus Deutschland abzuziehen, gleichzeitig 5000 Soldaten in Polen anzukündigen. „Handelt es sich möglicherweise um dieselben Soldatinnen und Soldaten? Das ist alles völlig unklar. Ich glaube, wir sollten uns lösen von dem Wirrwarr, das der Präsident der Vereinigten Staaten bedauerlicherweise immer auslöst, weil er sich über soziale Netzwerke äußert“.