INTERVIEW | Strack-Zimmermann: Orbán beißt die Hand, die ihn füttert
Beim EU‑Gipfel in Brüssel beraten die Staats- und Regierungschefs am Donnerstag unter anderem über die Folgen des Kriegs im Iran, aber auch über Finanzhilfen für die Ukraine. Das Darlehen wurde schon im Dezember beschlossen. Die Gelder werden aber von Ungarn und der Slowakei blockiert.
Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im EU-Parlament, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, betont, dass die Ukraine das Geld dringend brauche. Die EU müsse endlich den Druck auf Regierungen wie die in Ungarn erhöhen: „Wir hätten natürlich schon Druck auch machen können, denn die EU hat Regeln, die EU hat Werte.“
Wenn jemand diese ständig konterkariere, so wie es Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán auch im eigenen Land tue, müsse man demjenigen das Stimmrecht entziehen und jegliche Finanzhilfen einstellen, so Strack-Zimmermann:
„Viktor Orbán nutzt ja auch europäisches Geld, um einen unglaublich widerwärtigen Wahlkampf zu führen. Er geriert sich als Gegner der EU, er beißt die Hand, die ihn füttert, und das darf sich Europa einfach nicht mehr gefallen lassen“, sagt Strack-Zimmermann.