INTERVIEW | Strack-Zimmermann: "Kubicki meinte, er wäre schon verheiratet"
Frau Abgeordnete, Sie unterstützen im Wettbewerb um den FDP-Vorsitz Henning Höne. Werden Sie seine Generalsekretärin?
Da müsste ich programmatisch deutlich mehr auch für die Partei arbeiten. Angesichts der internationalen Lage und der damit verbundenen Aufgaben in Brüssel bin ich so ausgefüllt, dass das nicht infrage kommt.
Warum unterstützen Sie nun aber Höne? Viele in der Partei finden, die FDP habe die Zeit nicht, um ihn zur bundesweit bekannten Figur aufzubauen.
Zuerst einmal hat er im Gegensatz zu Kubicki noch ein parlamentarisches Mandat, was ich aus strategischen Gründen wichtig finde. Als Fraktionsvorsitzender im Landtag von NRW entscheidet er nämlich nicht nur theoretisch über politische Maßnahmen. Jedes Mal übrigens, wenn ihm vorgeworfen wird, er sei nicht bekannt, wird das öffentliche Interesse an ihm deutlich größer. Er kann sich an der alten Eiche reiben und den Unterschied machen. Zumal er ein völlig anderer Typ als Kubicki ist. Bekanntheit kann nicht das einzige Kriterium sein und sorgt auch nicht automatisch für ein Überspringen der Fünfprozenthürde, wie man bei der Bundestagswahl am Team Lindner/Kubicki eindrücklich sehen konnte.
Würden Sie eigentlich unter einem Vorsitzenden Kubicki weiter an führender Stelle arbeiten wollen?
Ich bin aufgrund meines Amtes so oder so Mitglied der Parteiführung, da ich die FDP-Delegation im EU-Parlament leite. Ich werde mich daher weiter einbringen, losgelöst davon, wer der nächste Parteivorsitzende sein wird. Entweder unterstütze ich dessen Kurs oder betätige mich als konstruktives Korrektiv.