Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann

Politik-Affäre setzt die Beraterbranche unter Druck

Handelsblatt

Die Parlamentarier verlangen Aufklärung: „Wir werden uns vor allem damit befassen, ob es im Verteidigungsministerium ein Beziehungsgeflecht zwischen Beamten und Beratern gegeben hat“, sagte die FDP-Abgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann dem Handelsblatt. Von „Beraterwahnsinn“ und „Überberatung“ ist in Berlin die Rede. [...]

Die Diskussion hat aber gerade erst begonnen. Der von FDP, Grünen und Linken beantragte Untersuchungsausschuss wird in den nächsten Wochen und Monaten weitere Details der Berliner „Berateraffäre“ aufdecken. Ausgangspunkt waren Berichte des Bundesrechnungshofs vom Herbst, nach denen das Verteidigungsministerium seit 2015 im Umfang von bis zu 200 Millionen Euro Berater beschäftigte, ohne sich dabei an das Vergabeverfahren gehalten zu haben. [...]

Das Verteidigungsministerium hat Verstöße im Vergabeverfahren gegenüber dem Bundesrechnungshof bereits im Herbst eingeräumt und Besserung gelobt. Inzwischen gebe es ein neues zentrales Verfahren für alle Auftragsvergaben an Externe, heißt es. Die Abgeordneten wühlen sich derweil durch Berge von Unterlagen, die das Ministerium und das ihm nachgeordnete Beschaffungsamt inzwischen geliefert haben. „Die Arbeitsweise im Beschaffungsamt ist teilweise erschreckend“, sagte Strack-Zimmermann.